Die Technische Hochschule Georg Agricola (THGA) baut ihre internationalen Partnerschaften weiter aus. Mit dem marokkanischen Study in Germany (SIG) startet die Hochschule eine Kooperation, die Studieninteressierte gezielt auf ein Bachelorstudium an der THGA vorbereitet. Zum offiziellen Auftakt der Zusammenarbeit begrüßte Hochschulpräsidentin Prof. Susanne Lengyel jetzt eine Delegation des SIG auf dem Campus in Bochum.
Während ihres Besuchs lernten Geschäftsführer Rachid El Boury und Mitarbeiter Hicham Chakir die Hochschule, ihre Labore und Studienbedingungen kennen. Auf dem Programm standen außerdem Gespräche über die Anforderungen eines Studiums in Deutschland sowie die weitere Ausgestaltung der gemeinsamen Zusammenarbeit. Ziel ist es, Studieninteressierte bereits in Marokko bestmöglich auf ihren Studienstart in Bochum vorzubereiten.
„Internationale Studierende bereichern unsere Hochschule seit vielen Jahren. Deshalb möchten wir auch künftig junge Menschen aus aller Welt für ein Studium an der THGA gewinnen. Neben der Zahl internationaler Studierender steht für uns vor allem die Qualität der Begleitung im Mittelpunkt. Je besser Studieninteressierte sprachlich und fachlich auf das Studium vorbereitet sind und je realistischer ihre Erwartungen an das Leben und Lernen in Deutschland sind, desto größer sind ihre Chancen auf einen erfolgreichen Studienverlauf“, sagt Hochschulpräsidentin Prof. Susanne Lengyel.
Gemeinsam den Studienerfolg stärken
Im Mittelpunkt der Kooperation stehen ausgewählte deutschsprachige Bachelorstudiengänge der THGA. Das SIG unterstützt Studieninteressierte bereits vor ihrer Anreise nach Deutschland mit einem umfassenden Vorbereitungsprogramm. Neben dem Ausbau der Deutschkenntnisse erwerben die Teilnehmenden fachliche Grundlagen und lernen das deutsche Hochschulsystem, Studienmethoden sowie den Studienalltag kennen. Auch kulturelle und organisatorische Fragen des Lebens in Deutschland werden thematisiert. So entsteht bereits frühzeitig ein realistisches Bild davon, was ein Studium an einer deutschen Hochschule bedeutet.
Mit diesem Ansatz verfolgt die THGA ein klares Ziel: Internationale Studierende sollen nicht nur den Weg nach Bochum finden, sondern hier auch erfolgreich studieren und ihren Abschluss erreichen. Die Partnerschaft mit dem SIG ist deshalb Teil einer langfristigen Internationalisierungsstrategie, die auf qualifizierte Auswahl, gute Betreuung und nachhaltigen Studienerfolg setzt.
Praxisorientiertes Studium überzeugt
Geschäftsführer Rachid El Boury, sieht großes Potenzial für junge Menschen in Marokko: „Ein Studium an der THGA verbindet wissenschaftliche Qualität mit einem hohen Praxisbezug. Gerade das macht die Ingenieurstudiengänge für viele unserer Schülerinnen und Schüler besonders attraktiv.“
Das SIG betreibt heute sechs Standorte in Rabat, Casablanca, Fès, Agadir, Tanger und Kenitra und bereitet dort jährlich mehrere Hundert Studieninteressierte auf ein Studium in Deutschland vor. Rund 70 Prozent der Vorbereitungs-Kurse haben einen technischen Schwerpunkt. Besonders erfreulich sei dabei das große Interesse junger Frauen an technischen Studiengängen. „Wir haben viele sehr gut ausgebildete Frauen, die sich ein Ingenieurstudium in Deutschland vorstellen können.“, sagt El Boury.
Zwei traditionsreiche Bildungspartner
Für den Geschäftsführer hat die Kooperation auch eine besondere symbolische Bedeutung: „Die älteste Ingenieurhochschule Deutschlands arbeitet künftig mit einer Institution zusammen, die ihren Sitz im ältesten Gebäude der marokkanischen Hauptstadt Rabat hat. Das ist ein schönes Symbol für die Verbindung unserer beiden Länder.“
Nächste Schritte der Zusammenarbeit
Mit dem persönlichen Kennenlernen auf dem Campus beginnt nun die nächste Phase der Zusammenarbeit. Beide Partner haben vereinbart, künftig detaillierte Informationen zu Studieninhalten, Modulen und Studieninteressen auszutauschen, um Studieninteressierte noch gezielter zu beraten. Das SIG wird dabei eine aktive Rolle übernehmen, unter anderem durch Erklärvideos und eine enge individuelle Studienorientierung, damit Erwartungen und Studienrealität bestmöglich zusammenpassen – denn je besser die Vorbereitung, desto höher die Erfolgsquote im Studium. Ergänzend sollen auch marokkanische Studierende aus der THGA-Community als Vorbilder eingebunden werden. Ein Gegenbesuch ist bereits geplant: Präsidentin und Vizepräsident der THGA werden das SIG in Rabat besuchen.
Über Study in Germany (SIG)
Study in Germany (SIG) wurde von den ehemaligen Absolventen der Fachhochschule Dortmund Rachid El Boury (Automatisierungstechnik) und Hicham Chakir (Verfahrenstechnik) gegründet. Die Bildungseinrichtung bereitet junge Menschen in Marokko gezielt auf ein Studium in Deutschland vor – mit intensiven Sprachkursen, fachlicher Qualifizierung und einer Orientierung am deutschen Hochschulsystem. Heute betreibt SIG sieben Schulen in sechs marokkanischen Städten und begleitet jährlich mehrere Hundert Studieninteressierte, insbesondere für MINT-Studiengänge, auf ihrem Weg an deutsche Hochschulen.
Text: Kathrin Stenzel
Foto: Sarra Lakhal
Fotobeschreibung: v.l. Daniela Naumann El-Kadi, Leitung International Office THGA, Hicham Chakir, Mitarbeiter SIG, Prof. Susanne Lengyel, Präsidentin der THGA, Prof. Michael Prange, Vizepräsident der THGA, Rachid El Boury, Geschäftsführung SIG.