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Zweites Forschungssymposium der Bochumer Hochschulen für Angewandte Wissenschaften stärkt interdisziplinären Austausch an der THGA

Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2024 geht das Forschungssymposium der Bochumer Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in die zweite Runde. In diesem Jahr lud die Technische Hochschule Georg Agricola (THGA) als Gastgeberin ein, um unter dem Motto „Forschung verbindet – Mit Wissen Zukunft gestalten“ den wissenschaftlichen Austausch über Fach- und Hochschulgrenzen hinweg gezielt zu stärken. Die etablierte Veranstaltung schuf eine zentrale Plattform für die Bochumer HAWs, um anwendungsorientierte Forschung in ihrer ganzen Breite sichtbarer zu machen, wertvolle Expertise in der Region zu vernetzen und neue Impulse für die Zukunft zu setzen. Dabei wurde nicht nur die große thematische Vielfalt und Innovationskraft der beteiligten Institutionen deutlich, sondern es wurden auch ganz gezielt gemeinsame inhaltliche und methodische Anknüpfungspunkte herausgearbeitet.

„Forschung an unseren Hochschulen lebt vom direkten Transfer in die Praxis und dem Mut, echte Innovationskraft im Schulterschluss zu entwickeln“, begrüßte Prof. Susanne Lengyel, Präsidentin der THGA, die Gäste. „Das Symposium zeigt eindrucksvoll, dass wir die drängenden Fragen unserer Zeit – von der Energiewende bis zum digitalen Wandel – nur beantworten können, wenn wir über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Als Gastgeberin freuen wir uns darauf, kluge Köpfe zusammenzubringen und gemeinsam Innovationsmotoren für Bochum und die Region zu sein.“

Das vielfältige Programm bot den mehr als 150 Teilnehmenden neben Fachvorträgen auch politische und strategische Einblicke in die Forschungslandschaft. Als Impulsgeberinnen am Vormittag beleuchteten Jagoda Josch (Referentin und Koordinatorin Wissenschaft und Stadt Bochum) sowie Andrea Kienle (Leitung der Abteilung Forschung im Ministerium für Kultur und Wissenschaft) die Bedeutung der HAW-Forschung für die Stadtgesellschaft und das Land Nordrhein-Westfalen.

Jagoda Josch hob hervor, wie eng Wissenschaft und Stadt aufeinander angewiesen sind, um neue Ideen aufzugreifen und in die Umsetzung zu bringen. „Forschung verbindet neugierige Menschen“, sagte sie und betonte die treibende Kraft und den Mehrwert wissenschaftlicher Zusammenarbeit über institutionelle und gesellschaftliche Grenzen hinweg.

Andrea Kienle ordnete die Entwicklung der HAW-Forschung in Nordrhein-Westfalen hochschulpolitisch ein und machte deutlich, wie dynamisch sich die Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. Zugleich ermutigte sie die Forschenden, auch anspruchsvolle Förderformate wie DFG-Anträge in den Blick zu nehmen.

In den anschließenden wissenschaftlichen Sessions präsentierten Forscherinnen und Forscher aktuelle Projekte aus den zukunftsweisenden Clustern „Ressourcen & Nachhaltigkeit“, „Soziales & Gesundheit“ sowie „Informatik & Data Science“

Dass das Format in diesem Jahr eine deutlich gewachsene Struktur und Professionalität aufweist, spiegelt sich auch in der wissenschaftlichen Dokumentation wider: Erstmals erscheint zur Veranstaltung ein eigener Abstractband mit offizieller ISBN-Nummer, herausgegeben von der Hochschule Bochum.

Prof. Michael Prange, Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Transfer der THGA, sieht in dieser konsequenten Weiterentwicklung eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges: „Unsere Forschung hat in den vergangenen Jahren massiv an Tiefe und Relevanz gewonnen, nicht zuletzt getrieben durch das Promotionsrecht über das Promotionskolleg NRW. Mit dem zweiten Symposium etablieren wir ein echtes Netzwerk-Kraftwerk. Wir profileren das Format deutlich klarer, lassen die Programmpunkte enger ineinandergreifen und stiften ganz konkret neue Kooperationen an – genau dafür haben wir in diesem Jahr auch Formate wie das Science Speed Dating integriert.“

Ein zentrales Herzstück und der emotionale Beleg für den Leitgedanken „Forschung verbindet“ war die umfangreiche Postersession am Nachmittag. In insgesamt 60 Postern präsentierten Wissenschaftler:innen aller Karrierestufen ihre Projekte. Das Spektrum reichte von Gesundheits- und Sozialforschung über Nachhaltigkeits- und Mobilitätsthemen bis hin zu Informatik, Robotik und angewandten Technologien. Gerade hier wurde greifbar, wie unterschiedlich die einzelnen Projekte im Detail sind – und wie viele überraschende inhaltliche und methodische Verbindungen dennoch zwischen ihnen bestehen. Die Postersession bot idealen Raum für intensiven Austausch und neue Kooperationen.

Als beste wissenschaftliche Poster des Jahres 2026 wurden ausgezeichnet:

  • Vera Lehmkuhl (EvH): Wanderverhalten aus der Sicht von Menschen mit Demenz. Eine ethnografische Untersuchung in stationären Altenpflegeeinrichtungen.
  • Janna Leimann (HSBO): MUTSPRUNG.
  • Malin Chrzon (THGA): Vom Monitoring zum Indikator: Biodiversitätsentwicklung im Industrieumfeld messbar und sichtbar machen.

v.l.n.r. Prof. Dirk Nüsken (EvH), Prof. Jörg Frochte (HS Bochum), Andrea Kienle (MKW NRW), Prof. Susanne Lengyel (THGA), Jagoda Josch (Stadt Bochum), Prof. Michael Prange (THGA)