Jahresbericht 2025 - Technische Hochschule Georg Agricola

Im Projekt FRAM wird KI gezielt zur Risikoanalyse und Früherkennung eingesetzt. Konkret unterstützt sie die Auswertung von Drohnen-gestützten Thermaldaten, Gas- und Sensormessungen sowie die Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen, um gefährdete Bergehalden zu identifizieren. KI-basierte Modelle helfen dabei, Muster und Auffälligkeiten zu erkennen, das Brand- und Umweltrisiko zu bewerten und Halden nach ihrem Gefährdungspotenzial zu klassifizieren. Die KI dient damit als unterstützendes Analyse- und Entscheidungswerkzeug, nicht als Ersatz für fachliche Bewertung. Bei welchen Arbeiten hilft Euch KI konkret im Berufsalltag? BENJAMIN: Konkret unterstützen mich moderne KISysteme vor allem bei schnellen Datenrecherchen, Übersetzungen und sonstigen zeitraubenden Aufgaben wie der Ausformulierung von Berichten oder Projektanträgen – auch wenn man anschließend noch entsprechend nacharbeiten muss. Besonders hilfreich finde ich die Tools zur Unterstützung von Coding-Aufgaben, beispielsweise für einfache Python-Projekte zur Datenauswertung und -visualisierung. DR.-ING. MARCIN PAWLIK wissenschaftlicher Mitarbeiter Geomonitoring im Alt- und Nachbergbau MARCIN: KI unterstützt meinen Berufsalltag vor allem, indem sie zeitaufwendige Tätigkeiten erleichtert und beschleunigt. Sie hilft bei der Analyse und Strukturierung großer Datenmengen, bei der automatischen Erkennung von Mustern und Auffälligkeiten sowie bei der Automatisierung wiederkehrender Arbeitsschritte. Wo seht Ihr Grenzen des Einsatzes von KI? Und erhofft Ihr Euch künftig mehr KI-Anwendungen, die Euch verlässlich unterstützen – etwa bei der Erstellung von Risikoanalysen in Nachbergbaugebieten? BENJAMIN: Aktuell sehe ich noch deutliche Grenzen bei der Nutzung von KI im Arbeitsalltag, vor allem was die bekannten Probleme im Zusammenhang mit Datenschutz, Urheberrecht und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse betrifft. Die bereits genannten verschiedenen KI-Anwendungen und Teilgebiete lassen sich aber bereits jetzt sehr gut als Werkzeug nutzen, um die großen Datenmengen zu bewältigen, mit denen wir täglich im Geo- und Umweltmonitoring konfrontiert sind. Aktuell sind wir dabei, diese Möglichkeiten im europäischen Projekt MEMO auch für die Methandetektion in Nachbergbauregionen zu nutzen. MARCIN: Grenzen des KI-Einsatzes sehen wir dort, wo komplexes Fachwissen, Erfahrung und Verantwortungsübernahme erforderlich sind. KI kann große Datenmengen effizient analysieren und Muster erkennen, sie kann jedoch geologische, bergbauliche und historische Zusammenhänge nicht eigenständig zuverlässig einordnen. Ergebnisse sind zudem stark von Datenqualität, Modellannahmen und Trainingsgrundlagen abhängig, sodass scheinbar präzise Aussagen ohne fachliche Einbettung irreführend sein können. Für sicherheitsrelevante Fragestellungen, bleibt daher die abschließende Bewertung durch Expertinnen und Experten unverzichtbar. MEHR INFOS MEHR INFOS EDITORIAL INDEX WB I WB II GREMIEN/NACHHALTIGKEIT WB III FZN HIGHLIGHTS SCHLUSSWORT 35/54

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