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Geotechnik und Angewandte Geologie

Arbeitsgebiete

 

Anwendungsbeispiele

 

Erd- und Grundbau

Aushub für die Gründung einer Halle

Zum Erd- und Grundbau gehören sämtliche oberflächennahen Bauarbeiten in lockerem Boden bis hin zum Fels. Dieser obere Bereich der Erdkruste, der durch Baumaßnahmen beeinflusst wird, heißt »Baugrund«.

Der/Die Ingenieur/in für Geotechnik und Angewandte Geologie nimmt vor Beginn eines Bauvorhabens zuerst den Ist-Zustand auf (Topographie, Wasserverhältnisse, Geologie), definiert das Bauziel und entwickelt eine optimale Lösung. Nach Erwirken der Genehmigung plant er/sie die wirtschaftliche Bauausführung, die er/sie anschließend überwacht und prüft.

Oder aber es handelt sich um bestehendes Bauwerk, das saniert oder gesichert werden muss. Dort sind dann schon bautechnische Probleme vorhanden, die behoben werden sollen.

Spezialtiefbau

Rüttelverdichtung
Europa-Center Hamburg

Spezialtiefbau ist ein Teilgebiet des Erd- und Grundbaus. Hierbei geht es jedoch zusätzlich um die Lösung spezieller Probleme beim Bauen in die Tiefe.

Die Aufgabenstellung für den/die Geotechniker/in ist dieselbe wie beim Erd- und Grundbau. Hinzu kommt jedoch die Erarbeitung und Umsetzung einer individuellen Lösung für das jeweilig auftretende Problem. Insbesondere hat er/sie die statischen Nachweise zur Standsicherheit zu erbringen.

Berg- und Tunnelbau

Tunnelbaustelle (Gotthard-Basistunnels, Schweiz)
Tunnelvortrieb; Bohrung der Sprenglöcher
Abtransport des Abraums aus dem Tunnel

Berg- und Tunnelbau

Im Tunnel- und Bergbau arbeitet der/die Geotechniker/in mit seinen/ihren Spezialkenntnissen z. B. in der Gebirgs- und Bodenmechanik dem Baumanagement zu.

Seine/Ihre vertiefte Ausbildung in der Betontechnologie und im Sprengwesen bilden aber auch gute Voraussetzungen zur Übernahme von Leitungsfunktionen Vorort.

 

Straßen- und Wegebau

Strassenbau

Der moderne Verkehrswegebau stellt höchste Anforderungen an den/die IngenieurIn der Geotechnik und Angewandte Geologie. So rasen z. B. Hochgeschwindigkeitszüge mit über 300 km/h über ein Schienennetz auf fester Fahrbahn und übertragen dabei statische und dynamische Kräfte in den Untergrund. Verlangt werden dafür sichere Erdbauwerke mit einer Lebensdauer von mindestens 150 Jahren.

In z. T. schwierigem Gelände mit Höhenunterschieden, weichem Untergrund und Erdfallgefahr ist zunächst eine wirtschaftlich und technisch vernünftige Trasse zu erkunden. Anschließend sind Erdbaumaßnahmen zu planen, zu überwachen und zu kontrollieren, die einen sicheren Untergrund für den eigentlichen Verkehrsweg gewährleisten.

Wasserbau- und Wasserwirtschaft

Sanierung einer Talsperre in Wuppertal-Ronsdorf

Im Bereich der Wasserwirtschaft plant und leitet der/die Ingenieur/in für Geotechnik und Angewandte Geologie die Suche und die Erschließung von unterirdischen Trinkwasservorkommen mittels Bohrungen. Später überwacht er/sie die Wasserqualität und die Mengenwirtschaft.

Zum Wasserbau zählen neben der Errichtung von Trinkwasserreservoirs der Bau von Deichen und Dämmen, die Renaturierung von Gewässern sowie der Bau von Wasserstraßen und Regenrückhaltebecken.

Gemeinsam ist diesen Bauwerken die Wechselwirkung von Untergrund und Bauwerk unter dem Einfluss von Wasser. Diese Faktoren muss der/die GeotechnikerIn und bei der Planung, Ausführung und Überwachung berücksichtigen.

Deponiebau

Herstellung der Basisabdichtung für die Erweiterung einer Deponie
Testfel
Bau einer Gabionenwand
Bau einer Gabionenwand

Bei der bekanntesten Form einer Deponie, der oberirdischen Haldendeponie, plant der/die Ingenieur/in den Bau von Basis- und Oberflächenabdichtungen, die die Umwelt vor dem Einfluss der eingelagerten Stoffe schützen, oder auch die Sanierung von bestehenden Deponien oder Halden. In Deutschland werden keine neuen Deponien dieser Art mehr gebaut, jedoch müssen die bestehenden fertiggestellt und weiterhin fachlich begleitet werden.

Neben der Planung und Ausführung wird er/sie besonders in den Bereichen »Genehmigung« und »Qualitätsüberwachung« gefordert.

Sehr viel sensibler ist die Deponierung von Schadstoffen unter Tage z. B. in Bergwerken. Der/die Geotechniker/in erkundet und prüft Lagerstätten auf ihre Eignung zur Aufnahme von Reststoffen und begleitet anschließend die Genehmigungsverfahren.

Einsatz von Bauschutt - Baustoffrecycling

Aus wirtschaftlichen Gründen gewinnt die Verwertung von Reststoffen in Bauprojekten immer mehr an Bedeutung.

Geotechniker/innen beschäftigen sich u. a. mit dem Einsatz von Bauschuttrecycling im Wegebau, mit der Verwertung von Kraftwerksaschen in Baustoffen für den Bergbau oder der Nutzung von Gießereialtsanden in Lärmschutzwällen.

Flächenrecycling und Altlastensanierung

Bombenfund
Ursprungszustand
Sanierungszustand
Bodenmanagement

Gerade der Bereich des Umweltschutzes wird in Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet mit seinen vielen Industriebrachen immer wichtiger. Aufgrund steigender Bevölkerungsdichte, somit erhöhtem Platzbedarf und zunehmendem Umweltbewusstsein müssen viele Brachflächen wieder nutzbar gemacht werden.

Aber auch der Abwehr von Gefahren durch Verschleppung von Kontaminationen (z. B. durch Wind und Wasser) kommt eine große Bedeutung zu. Hierzu wendet der/die GeotechnikerIn je nach Problemstellung Sicherungs- oder Sanierungsmaßnahmen an.

Die Aufgabenstellung für den/die Geotechniker/in beim Flächenrecycling und der Altlastensanierung ist breit gefächert. Sie reicht von der Gefährdungsabschätzung über die Aufstellung eines Sanierungskonzeptes bis hin zum Bodenmanagement und der Bauüberwachung.