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Fünf Fragen an Antje Azraq

An wen richtet sich Ihre Beratung?
Die Beratung richtet sich an Studierende mit Migrationshintergrund, insbesondere die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Flüchtlingsinitiative. Geflüchtete sind oft von besonderen Belastungen wie Gewalterfahrungen, seelischen Verletzungen, Unsicherheit und Diskriminierung betroffen. In einem geschützten Rahmen und in einer Haltung des trauma- und kultursensiblen Verstehens können wir gemeinsam diese biografischen Verletzungen anerkennen. Dadurch besteht die Chance, physiologische und psychologische Reaktionen zu stabilisieren und neue Ressourcen im Alltag zu erschließen.

In welchen Situationen sollte ich mich an Sie wenden?
Ich verstehe mein Angebot als psychosoziale Betreuung. Studierende können deshalb mit allen Anliegen zu mir kommen, wenn sie mit jemandem im Vertrauen sprechen möchten. Gründe könnten schwierige Lebenssituationen sein wie Arbeits- und Konzentrationsstörungen, Sorge um Familie/Freunde im Herkunftsland, Kontaktschwierigkeiten, (Selbst-)Überforderung oder auch Identitätskonflikte. Auch wenn sie hier an der Hochschule Probleme haben, die sich aus sprachlichen, kulturellen oder sozialen Unterschieden ergeben oder einfach nur aus Unsicherheit, können wir diese Konflikte gemeinsam angehen und lösen. Dabei verstehe ich mich als „Kulturdolmetscherin“ für beide Seiten.
 
Wie läuft eine Beratung ab?
Eine Beratung findet im Einzelgespräch statt und dauert normalerweise 50 Minuten. Beim ersten Gespräch lernen wir uns gegenseitig kennen und die Studierenden erzählen, worum es ihnen geht. Daraus kann sich eine Serie von Gesprächen ergeben. Ich begleite die Studierenden auf Ihrem Weg, so lange und wann immer sie meine Hilfe benötigen. Ich unterliege selbstverständlich der Schweigepflicht und behandle alle Gespräche absolut vertraulich.

Warum sollten Studierende gerade zu Ihnen kommen?

Ich habe mehrere Jahre im Nahen Osten, auch in Syrien, gelebt und zwei Jahre lang in Deutschland neu angekommene Geflüchtete betreut und beraten. Daher kenne ich viele der Schwierigkeiten, mit denen Migranten konfrontiert sind.
Gleichzeitig nehme ich durch meine personzentrierte Haltung jede Person als Individuum wahr und bemühe mich, den Einzelnen nicht durch ein Raster wie „Flüchtling“ oder „Bildungsausländer“ zu sehen, sondern als einmaligen Menschen. Wenn es für die Studierenden leichter ist, kann ich die Beratung auch auf Arabisch durchführen.

Haben Sie sonst noch einen Tipp?
Auch wenn es in Ihrem Familien- oder Freundeskreis vielleicht nicht üblich ist: Scheuen Sie sich nicht, fachliche Hilfe durch eine personzentrierte Beratung in Anspruch zu nehmen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern vielmehr ein Zeichen von Souveränität, sich die Unterstützung zu holen, die für das Gelingen eigener Anliegen nötig ist.

Interview mit Antje Azraq Antje Azraq, M.A.
TH zentral Kontakt Details
Psychologin/Mediatorin/Coach
Technische Hochschule
Georg Agricola
Herner Straße 45


Telefon: (0234) 968 3335
Telefax:
E-Mail: antje.azraq(at) thga.de
Gebäude 8, Raum 310
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