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Geschichte der Technischen Hochschule Georg Agricola

Besuchen Sie auch unsere Ausstellung im historischen Hauptgebäude der THGA und erleben Sie die Hochschulgeschichte vor Ort.

1816: Die Bochumer Bergschule entsteht

Bereits in der Gründungsphase der Industrialisierung wird das gehobene Führungspersonal für den Bergbau in einer eigenen Schule ausgebildet. Vorrangiges Ziel ist die Vermittlung eines breiten technischen Basiswissens, um die vielfältigen Aufgaben unter Tage fachgerecht durchführen zu können. Die Absolventen der Bochumer Bergschule genießen im Ruhrgebiet ein hohes Ansehen.

1864: Berggewerkschaftskasse ist erste Trägerin

Durch die Fusion der Märkischen und der Essen-Werdenschen Berggewerkschaftskasse entsteht 1864 die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK). Sie ist bis 1990 Trägerin der Bochumer Bergschule (später: Fachhochschule Bergbau, dann: Technische Hochschule Georg Agricola). Neben der Ausbildung von Grubenbeamten hatte die WBK damals statutengemäß weitere Aufgaben wahrzunehmen, wie das Anfertigen von Flözkarten, Anlegen von Sammlungen und wissenschaftliche Untersuchungen. Als Gemeinschaftseinrichtung des deutschen Steinkohlebergbaus hatte die WBK die Aufgabenschwerpunkte Lehre, Forschung und Prüfung.

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1869: Hugo Schultz macht Bergschule zur Kaderschmiede

Hugo Schultz

Unter der Leitung von Hugo Schultz (1838-1904) entwickelt sich die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK) zu einer leistungsfähigen Gemeinschaftsorganisation mit einem differenzierten Ausbildungsprogramm. Die Bochumer Bergschule, an der es 1869 noch keine fünfzig Schüler gab, etabliert sich in dieser Zeit zu einer Kaderschmiede des Ruhrbergbaus für den mittleren Führungsnachwuchs.

Als Geschäftsführer der Westfälischen Berggewerkschaftskasse setzt sich Schultz für Verbesserungen und Neuerungen im Bergbau ein. Er gründet zehn Bergvorschulen, unter anderem in Oberhausen, Essen, Gelsenkirchen und Bochum-Linden. Außerdem richtet er eine Seilprüfstelle, eine Kohleversuchsstation und ein chemisches Labor an der Bergschule ein. Vier Jahre nach seinem Tode errichten ihm seine Schüler ein Denkmal vor der Bochumer Bergschule.

 

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Das Gebäude an der Herner Straße

1899: Neue Räume für Bergschule an der Herner Straße

Die Bochumer Bergschule bezieht das Gebäude an der Herner Straße (heutiges Hauptgebäude der TH Georg Agricola). Sie entwickelt sich zu der größten und bedeutendsten Bergschule im Ruhrgebiet: Ausreichende Unterrichtsräume, moderne Laboratorien und Versuchsanlagen, vor allem ein gut ausgebildetes hauptamtliches Lehrerkollegium bringen der Schule internationalen Ruf. Rund 300 Steiger verlassen jährlich die Schule.

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1930: Deutsches Bergbaumuseum spiegelt Geschichte der Kohle

Die Westfälische Berggewerkschaftskasse und die Stadt Bochum gründen das Geschichtliche Bergbau-Museum des Ruhrbergbaus (heute: Deutsches Bergbaumuseum DBM). Es soll der Öffentlichkeit einen Eindruck über die technische Entwicklung des Bergbaus und seines wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Umfelds geben. Wenige Jahre später erhält das Museum ein eigenes Gebäude im Bochumer Zentrum, das nach den Plänen des Industriearchitekten Fritz Schupp erbaut wird. Heute ist das Deutsche Bergbaumuseum mit seinen rund 400.000 Besuchern pro Jahr eines der meist besuchten Museen der Bundesrepublik und zugleich ein renommiertes Forschungsinstitut für Montangeschichte.

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1958: Die Kohlekrise beginnt

Im Februar 1958 setzt mit den ersten Feierschichten für 16.000 Bergleute die Kohlekrise im Ruhrgebiet ein. Kurz darauf kommt es zu den ersten Entlassungen. Die Haldenbestände an Kohle, die es bis 1957 praktisch nicht gegeben hatte, wachsen im ersten Halbjahr 1958 auf das Siebenfache. Im April müssen bereits 13 Prozent der Montanförderung auf Halde gelegt werden. Die Krise ist Auftakt für langfristige und langwierige Strukturprobleme des Ruhrgebiets: Zwischen 1958 und 1964 werden 35 Zechen mit einer Jahresproduktion von 11,6 Mio t und 53.000 Arbeitsplätzen stillgelegt; 1966 arbeiten nur noch halb so viele Beschäftigte im Ruhrbergbau wie 1950. In den meisten Stätten an der Ruhr findet zwischen 1957 und 1961 wirtschaftliches Wachstum nicht mehr statt.

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1962: Das Ruhrgebiet bekommt eine Universität

Als erste Universitätsneugründung der Bundesrepublik entsteht 1962 die Ruhr-Universität auf einem rund 4,5 Quadratkilometer großen Gelände im Bochumer Süden (Aufnahme des Lehrbetriebs 1965). Sie ist zugleich die erste Universität des Ruhrgebiets und setzt ein deutliches Zeichen für den Strukturwandel der Region. Heute verfügt das Ruhrgebiet mit fünf Universitäten und acht Fachhochschulen über die dichteste Hochschullandschaft der Bundesrepublik. Mit rund 29.000 Studenten zählt die Ruhr-Universität zu den größten Hochschulen Deutschlands.

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1963: Bergschule wird zur Ingenieurschule

Die Bochumer Bergschule wird zur »Ingenieurschule für Bergwesen«: Die Schule erweitert ihr Lehrangebot und erhöht die Anzahl der Lehrstunden. Die an der Bochumer Ingenieurschule ausgebildeten Steiger dürfen den Titel »Ingenieur« (Ing. grad.) führen.

1968: Entwicklungsprogramm soll Kohlekrise managen

Entwicklungsprogramm Ruhr

Mit dem "Entwicklungsprogramm Ruhr" (und dem daraus 1975 entwickelten "Nordrhein-Westfalen-Programm") werden die ersten Schritte weg von einem reaktiven Krisenmanagement, hin zu einer bewussten und gezielten Gestaltung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung des Ruhrgebiets getan. Damit schuf man die Voraussetzungen dafür, dass das Ruhrgebiet seine Chancen zum strukturellen Wandel besser wahrnehmen konnte. Neue Universitäten, Kultureinrichtungen und Unternehmen trugen ihren Teil zu dieser Veränderung bei.

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1968: Bergwerke unter dem Dach der RAG

Anfang der sechziger Jahre gerät der Absatz der Steinkohle in Schwierigkeiten. Der internationale Handel war freier geworden, und andere Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas verdrängen die Steinkohle. Auch erwächst ihr Konkurrenz durch die Kernenergie. Um der kritischen Situation zu begegnen, schließen sich 1968 unter Mitwirkung der Bundesregierung 19 Bergwerksunternehmen in der Holdinggesellschaft Ruhrkohle AG zusammen. Eigenständig bleiben nur wenige Gruben der Firma BASF und des Eschweiler Bergwerkvereins.

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1971: Bildung in NRW auch an Fachhochschulen

Aus den Ingenieurakademien, Werkkunstschulen und anderen höheren Fachschulen gehen 1971 die Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen hervor. Sie sollen den qualifizierten Ingenieur-, Betriebswirts- und Sozialarbeiternachwuchs ausbilden, der durch die Fachschulen nicht mehr bewältigt werden kann. Heute vereinen die Fachhochschulen in NRW in sich rund 100 staatliche und private Vorgängereinrichtungen, die zum Teil auf eine große Tradition verweisen konnten. Eine davon ist die Ingenieurschule für Bergwesen. Aus ihr geht 1971 die Fachhochschule Bergbau (später: Technische Hochschule Georg Agricola) hervor mit den Ausbildungsschwerpunkten Bergtechnik, Maschinen- und Verfahrenstechnik sowie Elektrotechnik.

Von Anfang an setzen die Fachhochschulen auf hohen Praxisbezug in Lehre und Forschung: In enger Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft entstehen gemeinsame Forschungsprojekte; rund 80 Prozent aller Diplomarbeiten werden heute in der Industrie angefertigt. Das Studienangebot ist an dem Bedarf der regionalen Wirtschaft ausgerichtet. Aber die Fachhochschulen sind nicht nur Impulsgeber für den regionalen Strukturwandel, mit internationalen Kooperationen, Forschungsprojekten und Studiengängen treten sie zunehmend als Global Player auf. Auch die Technische Fachhochschule setzt auf Internationalität: Gemeinsam mit dem chinesischen Beiing Institute of Petrochemical Technology gründet sie im April 2003 eine Fachhochschule in Peking.

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1990: Neuer Träger für Bergbau-Hochschule

Am 1. Januar 1990 wird die DMT - Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH (DMT-LB) unter dem Dach des DeutscheMontanTechnologie für Rohstoff, Energie und Umwelt e.V. (DMT e.V.) gegründet. Dieser war aus dem Zusammenschluss des Steinkohlebergbauvereins mit der Bergbau-Forschung GmbH und der Westfälischen Berggewerkschaftskasse (WBK) hervorgegangen. Die DMT-LB ist als Unternehmen in der Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung tätig. Sie ist Trägerin der Technischen Hochschule Georg Agricola und des Deutschen Bergbaumuseums.

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1990: RAG bündelt Bildungsangebote

Die RAG BILDUNG GmbH wird als 100prozentiges Tochterunternehmen der RAG Aktiengesellschaft (Essen) gegründet. Ausgehend von ihren ursprünglichen Tätigkeitsschwerpunkten - der Aus- und Weiterbildung im Bergbau - hat sich die RAG BILDUNG über den Konzern hinaus als Partner von Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern als Bildungsunternehmen etabliert. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Sicherung des Fachkräftenachwuchses durch Berufsvorbereitung und Berufsausbildung und darüber hinaus die bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Kompetenzentwicklung von Fach- und Führungskräften des mittleren Managements. Diese werden in einem der 33 Bildungszentren oder auch vor Ort bei den Kunden durchgeführt. Die Fachhochschule arbeitet eng mit den Einrichtungen der RAG BILDUNG zusammen.

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1995: FH Bergbau wird TFH Georg Agricola

Die Fachhochschule Bergbau wird in »Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum« umbenannt. Damit will die Hochschule ihre neuen Schwerpunkte Geotechnik, Umwelttechnik, Zukunftsenergien und Informationstechnologie auch im Namen verankern. Die Hochschule fühlt sich außerdem dem Universalgelehrten Georg Agricola besonders verpflichtet, der durch seine Schriften Fächer übergreifendes und umweltverantwortliches Denken und Handeln förderte.

1998: Internationale Anerkennung für Fachhochschulen

Die Technische Fachhochschule Georg Agricola erhält den Titel "University of Applied Sciences". Die internationale Bezeichnung ist Ausdruck des neuen Selbstverständnisses der Fachhochschulen, sich mit hohen wissenschaftlichen Standards und praxisnahen Konzepten in Lehre und Forschung neben den Universitäten zu etablieren.

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1999: Qualität bescheinigt

Die Technische Fachhochschule lässt sich durch externe Gutachter nach DIN EN ISO 9001 zertifizieren (Rezertifizierung zuletzt 2017). Sie unterstützt und verwirklicht damit qualitätspolitische Ziele im Bildungsbereich. Die TFH gehört zu den wenigen Hochschulen in Deutschland, die in ihrer Gesamtheit auditiert sind. Neben der Hochschule sind auch die weiteren Einrichtungen der DMT-LB sowie die RAG BILDUNG Berufskollegs zertifiziert.

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2006: TFH bekommt Präsidium

Im Oktober 2006 verabschiedet der nordrhein-westfälische Landtag das Hochschulfreiheitsgesetz, das den Hochschulen größere Autonomie einräumt. Als erste Hochschule in Nordrhein-Westfalen führt die TFH eine Präsidialverfassung ein, die die bisherige Rektoratsverfassung ablöst. Mitglieder des ersten Präsidiums sind Prof. Dr. Jürgen Kretschmann (Präsident), Ass. iur. Rolf Gebhardt (Vizepräsident für Haushalt und Verwaltung), Prof. Dr. Alexander Dohmen, Prof. Dr. Günter Schulz und Prof. Dr. Stefan Vöth (Vizepräsidenten). Als neues Gremium wird ein Hochschulrat eingesetzt, der das Präsidium in strategischen, wirtschaftlichen und personellen Fragen berät. Er ist mit Persönlichkeiten aus Unternehmen, Politik und Hochschulen besetzt.

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2007: Bachelor und Master an der TFH

Zum Wintersemester 2007/08 stellt die TFH sämtliche Diplom-Studiengänge auf ein gestuftes Bachelor- und Masterangebot um. Sie folgt damit der bundesweiten Entwicklung im Rahmen des europäischen Bologna-Prozesses. Die Umstellung des Studienangebots an der TFH wird auch dazu genutzt, inhaltliche Strukturen der Studiengänge neu anzupassen.

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2009: "Zukunft seit 1816"

In einem zweijährigen Profilbildungsprozess erarbeiten die Hochschulleitung, Professorinnen, Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TFH eine strategische Positionierung der Hochschule. Sie beschreibt die besonderen Stärken und Eigeschaften der TFH, mit denen sie im Wettbewerb der Hochschulen eine unverwechselbare Stellung einnimmt und behaupten kann. Die fünf Kernbotschaften der TFH - Qualität, Offenheit, Flexibilität, Menschlichkeit und Tradition - werden durch den Slogan Zukunft seit 1816 ausgedrückt. Mehr zum Profil und zu den Kernbotschaften.

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2016: 200 Jahre Technische Hochschule Georg Agricola

Mit einem zweitätigen Fest begeht die Technische Hochschule Georg Agricola ihr 200-Jahr-Jubiläum. Prominente Gäste, darunter NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, RAG-Stiftungsvorsitzender Dr. Werner Müller und Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, feiern mit den THGA-Angehörigen und vielen Bochumerinnen und Bochumer die älteste Bochumer Hochschule, die sich aus Anlass des Jubiläums einen neuen Namen gibt: Technische Hochschule Georg Agricola. Die Umbennung steht für die Entwicklung hin zu einer vielfältigen Hochschule für angewandte Wissenschaften, die den Anspruch hat, in ingenieurwissenschaftlicher Forschung und Lehre führend zu sein.