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Volle Kontrolle: Studierende der THGA lernen Autokennzeichen automatisch zu erfassen

02.08.2017

Programmieren in Eigenregie (v.l.n.r.): Phillip Grothues, Christoph Paprota und Christian Stuyts entwickeln an der THGA einen Kfz-Zeichen-Scanner. (Foto: T. Malechka/THGA)

Wer darf die Schranke zum Werksgelände durchfahren? Wer ist berechtigt, sein Auto auf dem Hotelgelände oder dem Campingplatz zu parken? In unserer digitalen Welt werden solche Zufahrtskontrollen immer häufiger von automatischen Systemen übernommen anstatt von einem Parkwächter. Die Technik, die dahinter steckt, haben Studierende der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) im Sommersemester 2017 erarbeitet. In der Lehrveranstaltung „Digitale Automation“ entwickelten sie eine Software, die Nummernschilder vollautomatisch erfasst. Das Besondere dabei: Die Studierenden arbeiten selbstständig in kleinen Gruppen und sind ihr eigener Chef – inklusive haariger Verhandlungsrunden und Abschlussbericht.

Bei der Kennzeichenerkennung kommen verschiedene Methoden der digitalen Bildverarbeitung zum Einsatz. Die Aufnahmen einer Videokamera werden mithilfe komplexer Algorithmen ausgewertet, um die Daten für unterschiedliche Anwendungen automatisiert nutzen zu können. Ganz schön knifflig! Im THGA-Seminar konnten die Studierenden das Ganze spielerisch ausprobieren und so ihre Kompetenzen in der Programmierung erweitern, sagt Dr. Tatsiana Malechka: „Am Anfang verteile ich nur die Aufgabe und das nötige Material – die Studierenden müssen dann das Projekt nahezu selbstständig durchführen.“ So erhalten sie ein wesentlich tieferes Verständnis über die industrielle Bildverarbeitung und eine bessere Vorstellung über ihren späteren Einsatz in der Arbeitswelt, sagt die Dozentin, die die Lehrveranstaltung konzipiert hat.

Auch Räume für ganz neue Lösungsansätze und eigene Ideen entstehen dadurch: „Ein Team hat das Projekt z.B. selbstständig auf holländische Kfz-Kennzeichen erweitert, deren gelbe Hintergrundfarbe das System noch einmal vor größere Herausforderungen stellt“, erklärt Dr. Malechka. Ein weiteres Tüftler-Team hat sich intensiver mit der optischen Zeichenerkennung (englisch: Optical Character Recognition, OCR) auseinandergesetzt. Um eine möglichst fehlerfreie Erkennung der Zeichen auf dem Nummernschild zu gewährleisten, hat das Team den OCR-Algorithmus einem „Spezialtraining“ mit zusätzlichen Zeichen unterzogen.
Doch nicht nur auf die richtige Technik kommt es im Studiengang Elektro- und Informationstechnik an: „Nebenbei lernen die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure besonders praxisnah, im Team zu arbeiten, Konflikte zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst zu organisieren“, sagt Dr. Malechka. „Das hört sich zwar nach etwas mehr Arbeit an – die Studierenden sind trotzdem durchweg begeistert.“

Redaktion: Carmen Tomlik

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