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So wird ein Magnet „grün“: THGA-Wissenschaftler präsentieren Marktforschungsstudie für Seltene Erden

10.09.2018

Wirtschaftlich und umweltfreundlich zugleich? Prof. Dr. Alfred Niski von der THGA nimmt die Vermarktung von Magneten genau unter die Lupe. (Bild: THGA)

Wenn Prof. Dr. Alfred Niski von der THGA von einem „grünen“ Magneten spricht, meint er damit keineswegs dessen Farbe. Er und sein Team erforschen in Bochum, wie sich sogenannte Hochleistungspermanentmagnete möglichst umweltfreundlich produzieren bzw. vermarkten lassen. Diese Magnete, die aus Seltenen Erden hergestellt werden, kommen etwa in E-Autos oder Windkraftanlagen zum Einsatz. „Uns geht es darum, die Umwelt möglichst wenig mit Abfällen aus Abbau, Produktion und Konsum zu belasten und die natürlichen Ressourcen zu schützen. Wenn das erreicht ist, sprechen wir von einem ‚Green Magnet‘“, erklärt Prof. Niski. Er sieht die größten Chancen hierfür im aufstrebenden Brasilien. Die Marktforschungsstudie des Wirtschaftsexperten zeigt, dass sich das Schwellenland zum echten – ökologisch nachhaltigeren – Konkurrenten zu Marktführer China entwickeln kann.

Die dazu großangelegte empirische Marktforschungsstudie innerhalb der deutschen Wirtschaft ist einmalig und wurde so noch nie durchgeführt. Systematisch haben Prof. Niski und sein Team die nationalen Märkte und Kunden untersucht: „Denn man wird wohl kaum einen Magneten produzieren wollen, ohne zu wissen, was die Industrie möchte und über welche technischen Eigenschaften er verfügen soll. Außerdem haben wir untersucht, ob auch Kriterien wie ein umweltverträglicher Abbau, die Vermeidung toxischer und radioaktiver Abfälle bis hin zu fairen Arbeitsbedingungen zählen, wenn es um die erfolgreiche und nachhaltige Vermarktung eines brasilianischen Magneten geht.“

Aus den Erkenntnissen entwickeln die Experten ein nachhaltiges Geschäftsmodell für einen „grünen“ Magneten, das brasilianische Partner bei der globalen Vermarktung ihrer Produkte unterstützen soll. Prof. Niskis Fazit: „Wir sehen sehr gute Vermarktungschancen für brasilianische Hochleistungsmagnete in Deutschland. Es gibt in der Industrie durchaus ein Bewusstsein für den negativen ökologischen und ethischen Impact der aktuell gängigen Magnet-Herstellung und die Bereitschaft, sich umzuorientieren.“ 60 Prozent der befragten Unternehmen seien empfänglich für dieses Thema und jedes zweite hiervon sogar zahlungsbereit, so die THGA-Experten. Mit einer stärkeren Positionierung Brasiliens als Produktionsland wäre die deutsche Abnehmerindustrie außerdem langfristig weniger abhängig vom chinesischen Monopol.

Im nächsten Schritt werden jetzt konkrete Handlungsempfehlungen und Maßnahmen erarbeitet, die eine nachhaltige Win-win-Situation sowohl für die brasilianische als auch für die deutsche Wirtschaft schaffen. Hierzu kooperieren die Bochumer Forscher eng mit brasilianischen und internationalen Partnern im Verbundprojekt REGINA (Rare Earth Global Industry and New Application). Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt „CLIENT II – Internationale Partnerschaften für nachhaltige Innovationen“ innerhalb des Rahmenprogramms „FONA – Forschung für nachhaltige Entwicklung“ gefördert.

Redaktion: Carmen Tomlik

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