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Neue Perspektiven für Geflüchtete: THGA und das Jobcenter Bochum arbeiten jetzt Hand in Hand

17.07.2018

Sprachkurse und neue Zukunftsperspektiven: Mamdouh Al Akhras (28) und Odai Mzarzaa (22) werden am Campus der THGA optimal betreut.

Frank Böttcher, Geschäftsführer des Jobcenters Bochum, und Hochschulpräsident Prof. Dr. Jürgen Kretschmann (sitzend) unterschreiben den Kooperationsvertrag.

„In unserer Heimat gab es für junge Leute einfach keine Zukunft mehr. Es wurde immer gefährlicher, uns blieb nur noch die Flucht“, so beschreiben Mamdouh Al Akhras und Odai Mzarzaa die Situation in Syrien. 2015 waren die jungen Männer vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland geflohen. Odai hatte gerade sein BWL-Studium in Damaskus begonnen. Mamdouh war bereits fertig ausgebildeter Ingenieur für Automatisierungstechnik. Im Ruhrgebiet haben die beiden eine neue Heimat gefunden, gut Deutsch gelernt und versuchen sich neue Perspektiven zu erarbeiten. Die Technische Hochschule Georg Agricola (THGA) unterstützt sie dabei mit Sprach- und Weiterbildungskursen, die auf ein reguläres Studium vorbereiten. Diese Angebote sollen künftig noch weiter ausgedehnt werden – mit Unterstützung durch das Jobcenter Bochum. Hochschule und Jobcenter unterzeichneten jetzt eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Das gemeinsame Ziel: Neue Perspektiven für qualifizierte Menschen mit Fluchthintergrund schaffen.

„Als Institutionen mit vergleichbaren Interessen verstärken wir unsere Zusammenarbeit, um geflüchtete Menschen noch besser betreuen und langfristig in unsere Gesellschaft integrieren zu können“, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Jürgen Kretschmann. An der THGA werden Flüchtlinge schon seit zwei Jahren mit Deutschkursen auf ein reguläres Ingenieurstudium vorbereitet. Dabei werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv durch eine Koordinatorin und das International Office betreut, das auch die integrative Komponente am Campus übernimmt – mit Veranstaltungen, Exkursionen sowie betreuten Behördengängen und Arztbesuchen. „Zusätzlich hat die THGA ein Competence Empowerment Center (CEC) eingerichtet, das speziell für die berufsbezogene Weiterbildung und Integration konzipiert ist. Hier werden wir mit dem Jobcenter ansetzen“, erklärt Prof. Kretschmann.  
 
Die neuen Kooperationspartner THGA und Jobcenter Bochum wollen insbesondere ihre Stärken nutzen, um Talente jeder Herkunft für akademische Berufe zu qualifizieren und sie bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Das Jobcenter Bochum übernimmt dabei die Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten, sagt Frank Böttcher, Geschäftsführer des Jobcenters Bochum: „Viele der geflüchteten Menschen beziehen bei uns Leistungen und sind daher regelmäßig zu Gesprächen bei uns im Haus.

Unsere Integrationsfachkräfte schauen dabei genau: Zu wem passt ein technisches Studium und zu wem nicht.“ Ist ein Kandidat gefunden, schickt das Jobcenter ihn gezielt zur entsprechenden Beratungsstellen der THGA und bleibt auch danach unterstützend aktiv. So etwa bei der Vermittlung von Praktikumsplätzen. „Das Angebot der THGA richtet sich schon an einen sehr ausgewählten Kreis unserer Kunden, aber es ist toll, dass wir diese Option haben.“
 
Der Anteil von Menschen mit Fluchthintergrund lag 2017 an der THGA bei 5,2 Prozent – damit ist die Hochschule im deutschlandweiten Vergleich einzigartig. Dank der optimalen Betreuung haben sich auch Mamdouh Al Akhras und Odai Mzarzaa gleich gut aufgehoben gefühlt: „An der THGA sind wir alle wie eine große Familie – und durch den  engen Kontakt zu deutschen Studierenden und den Mitarbeitern der Flüchtlingsinitiative lernen wir die neue Sprache noch besser.“  

Momentan besuchen beide den B2-Deutschkurs und belegen erste Grundlagenfächer wie Höhere Mathematik an der THGA. Darauf wollen sie aufbauen: „Wenn weiter alles so optimal läuft, möchte ich noch einen Masterabschluss in Deutschland machen und einen guten Job als Ingenieur finden“, sagt Mamdouh, der sich nebenbei ehrenamtlich bei der Caritas engagiert. Auch Odai macht sich fit für die Industrie 4.0 und will vor dem Studium noch eine Ausbildung zum Fachinformatiker beginnen. Wie es danach weitergeht? „Ob ich hier bleibe oder zurück nach Syrien gehe, weiß ich noch nicht“, sagt der 22-jährige Odai. „Auf jeden Fall sind die deutsche Sprache und ein guter Abschluss aber Qualifikationen, die auch international sehr gefragt sind.“ Die Perspektiven der Beiden haben sich schon jetzt deutlich verbessert.  

Gefördert wird die Flüchtlingsinitiative der THGA vom DAAD aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, von der RAG-Stiftung und der IG BCE.

Weitere Informationen: www.thga.de/refugees
  
Redaktion: Carmen Tomlik

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