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Neue Impulse: Erste Dialogveranstaltung des „Forums Bergbau und Wasser“ an der THGA

15.12.2017

Etwa 100 Teilnehmer kamen auf der ersten Dialogveranstaltung zusammen, um zu diskutieren.

Offen für neue Impulse: Das Kuratorium der Stiftung "Forum Bergbau und Wasser".

Nach kurzen Impulsvorträgen konnte jeder Teilnehmer Vorschläge für neue Forschungsprojekte machen.

Beim Thema Grubenwasseranstieg in den deutschen Steinkohlerevieren gibt es vielfältige Aspekte, die wissenschaftlich untersucht oder weiter vertieft werden sollten. Das ist ein Ergebnis der Fachtagung „Grubenwasser: Nachhaltige Lösungen entwickeln“, die die unabhängige Stiftung „Forum Bergbau und Wasser“ jetzt an der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) veranstaltet hat. Rund 100 Experten und Interessierte aus Wissenschaft, Politik, Organisationen und Unternehmen diskutierten über die Chancen und Risiken des Grubenwasseranstiegs nach Ende des Steinkohlebergbaus. In einem offenen Dialog hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, neue Untersuchungsfelder vorzuschlagen – und setzten so neue Impulse in der Grubenwasserforschung.

„Es hat mich sehr gefreut, dass die Dialogveranstaltung konstruktiv und auf Augenhöhe ablief. So nehmen wir vielseitige Anregungen mit, welche Forschungsthemen wir künftig in Erwägung ziehen können“, sagte Prof. Dr. Christian Melchers, wissenschaftlicher Leiter des Forschungszentrums Nachbergbau an der THGA und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung „Forum Bergbau und Wasser“.

Bisherige Forschungsprojekte umfassen dabei beispielsweise die Ermittlung wissenschaftlicher Grundlagen für nachhaltige Grubenwasseranstiegsniveaus, die Belastbarkeit der Methodik einer nummerischen Modellierung, Beurteilungsgrundlagen und -kriterien, hydrogeochemische Gesamtanalysen, Monitoringmaßnahmen und Richtlinien zur nachhaltigen Gestaltung des Grubenwassermanagements. Zudem werden vorliegende Grubenwasserkonzepte kritisch überprüft.

In der vom Wissenschaftsjournalisten Dr. Reinhard Brüning moderierten Diskussion regten die Teilnehmer verschiedenste neue Projekte an, die nun vom sechsköpfigen Expertengremium geprüft werden. So gab es etwa Vorschläge, sich insbesondere auf das geothermische Potenzial des Grubenwassers in einer Machbarkeitsstudie zu fokussieren. Darüber hinaus gab es den Vorschlag, Kriterien zur Bestimmung eines optimalen Grubenwasseranstiegs zu entwickeln. Auch kam der Hinweis, dass man sich dem Aspekt möglicher Hebungen des Deckengesteins beim Grubenwasseranstieg intensiver widmen und den Untersuchungsradius über die Steinkohlenreviere hinaus ausdehnen sollte.

Weitere Impulse für Forschungsprojekte aus dem Kreis der Teilnehmer beschäftigten sich mit dem seismischen Monitoring ehemaliger Bergbaugebiete, der Rekonstruktion untertägiger Mineralbildungen, Auswirkungen des Grubenwasseranstiegs auf die Fischgewässer in der Saar oder Prognosehorizonten unterschiedlicher Phasen beim Grubenwasseranstieg. Auch ein „Labor unter Tage“ wurde vorgeschlagen, das in der noch vorhandenen Infrastruktur zum besseren Verständnis kommender Prozesse eingerichtet werden könnte. Das Kuratorium begrüßte die regen und qualitativ hohen Beteiligungen und Empfehlungen der unterschiedlichen Teilnehmer. Im nächsten Schritt bewerten die Wissenschaftler, welche Forschungsprojekte in einer Ausschreibung der Stiftung realisiert werden.

Die Stiftung „Forum Bergbau und Wasser“ werde auch weiterhin dialogorientiert arbeiten, unterstrich Prof. Dr. Christian Wolkersdorfer, Tshwane Universität of Technology (Pretoria, Südafrika). Daher sei im kommenden Frühjahr 2018 eine Veranstaltung mit Bürgern geplant, in der die aktuellen Forschungsprojekte vorgestellt werden und Impulse aus der breiten Öffentlichkeit aufgenommen werden sollen. Zudem solle der Dialog mit Experten weitergehen und werde sich auf verschiedenen Ebenen – in Kürze beispielsweise in einem Online-Forum der Website http://www.forum-bergbau-wasser.de oder in Gesprächen mit Institutionen, Verbänden und Unternehmen – fortsetzen. „Der intensive Austausch mit der Öffentlichkeit und Experten ist für unsere unabhängige Stiftung essenziell. Nur so können wir die Basis für unsere Forschungen sinnvoll erweitern, um bestehende Grubenwasserkonzepte weiter zu optimieren“, so Wolkersdorfer.

Redaktion: Stifterverband / Carmen Tomlik (THGA)

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