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Neue Hightech-Geräte: TH Georg Agricola erhält Förderung vom NRW-Wissenschaftsministerium

28.09.2016

An der TH Georg Agricola wird Forschung unterstützt, die den Dingen auf den Grund geht – und gleich zwei neue Hightech-Geräte helfen in Zukunft kräftig dabei mit: Gefördert durch das Programm „FH-Basis“ des NRW-Wissenschaftsministeriums erhalten die Angewandten Materialwissenschaften ein modernes Instrument zur Infrarotspektroskopie von Kunststoffen. Das Forschungszentrum Nachbergbau an der TH wird durch ein neues Kamerasystem bereichert, mit dem alte Schächte, Stollen und Bohrlöcher im Detail untersucht werden können. Die Fördersumme für die TH beläuft sich auf insgesamt 127.000 Euro.

Etwa die Hälfte davon wird künftig im Werkstofflabor eingesetzt. Hier ist Prof. Dr. Michael Prange auf einer ganz besonderen Mission: Der Materialexperte versucht, den Verfall von Kunststoffen aufzuhalten: „Viele Museen haben große Probleme, Objekte aus Kunststoffen zu konservieren“,  erklärt Prof. Prange. „Daher kommt es leider häufig zum vollständigen Verlust von Kunstwerken und Objekten dieses Kulturerbes aus dem 19. und 20. Jahrhundert.“

Das neue Analysegerät – zur so genannten Infrarotspektroskopie mit abgeschwächter Totalreflexion (ATR-FTIR) – hilft dabei, die verschiedenen Kunststoffe zu charakterisieren und ihre Alterungsprozesse besser zu verstehen. „Auch kleinste Proben können wir so in außerordentlicher Qualität auf ihre Zusammensetzung hin untersuchen“, freut sich Prof. Prange über die neuen Möglichkeiten. „Die Erkenntnisse helfen dabei, die Konservierung von Kunststoffobjekten gezielter anzugehen, und auch präventive Maßnahmen vorzuschlagen.“ An der TH Georg Agricola forscht und lehrt Prof. Prange im Fach Angewandte Materialwissenschaften und ist zugleich Leiter des Forschungsbereichs Materialkunde am Deutschen Bergbau-Museum Bochum, einem Forschungsmuseum der Leibniz-Gemeinschaft. Das neue Analysegerät kommt beiden Einrichtungen zugute.

Auch das Forschungszentrum Nachbergbau an der TH profitiert von der Geräte-Förderung der Wissenschaftsministeriums. In verschiedenen Projekten untersucht das Team um Prof. Dr. Christian Melchers die so genannten Ewigkeitsaufgaben, die der Bergbau hinterlässt. Darunter auch den geplanten Grubenwasseranstieg in den Revieren an Ruhr, Saar und in Ibbenbüren oder potenzielle Gas- und Wasserströmungen in den alten Grubengebäuden.

„Um die noch zugänglichen Schächte, alte Stollen und Bohrlöcher zu untersuchen und ihren Zustand zu beurteilen, benötigen wir hochauflösende Spezialgeräte“, erklärt Prof. Melchers. „Mit dem neuen optischen Kamerasystem, das auch unter extremen Bedingungen Bilder liefert, erhalten wir wichtige Erkenntnisse. Zum Beispiel: Wie standsicher sind die alten Stollen und Schächte? Wie sind sie ausgebaut? Steht das Wasser oder fließt es? Und welche Richtungen nimmt es durch die Grubenbaue, die im südlichen Ruhrtal einige Jahrhunderte alt sein können?“ Das Kamerasystem wird dazu auf einem speziellen Laborfahrzeug installiert, das es zu den Einsatzorten im Untergrund transportiert.

Redaktion: Carmen Tomlik

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