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Mini-Boot mit Hightech an Bord: „Gravel George“ der THGA scannt den Bochumer Stadtparkteich

10.07.2017

Schwimmdrohne in voller Fahrt: In dem schwarzen Floß zieht ‚Gravel George‘ das Hightech-Equipment übers Wasser.

Prof. Dr. Albert Daniels testet mit THGA-Studierenden seinen ‚Gravel George‘, der den Kiesabbau effizienter machen soll.

Der Teich im Bochumer Stadtpark aus Forscher-Perspektive: Die Tiefenlinien in dem ersten gescannten Bereich zeigen eine maximale Tiefe von 1,50 Meter.

Die Enten haben sich schnell an den quietschgelben Eindringling gewöhnt. Leise surrend zieht „Gravel George“ seine Kreise auf dem Teich im Bochumer Stadtpark. Im Schlepptau: Jede Menge Technik, mit der das Drohnenboot hochgenaue 3D-Modelle des Grundes von Gewässern anfertigen kann. Professor Albert Daniels von der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) sitzt am Ufer und verfolgt den Kurs live am Laptop. Die Technik soll später in der Rohstoffbranche eingesetzt werden, um den Abbau von Kies und Sand zu optimieren.

„Mit GPS und Echolot scannt unsere schwimmende Vermessungsdrohne den Untergrund des Teiches und liefert Informationen über die Struktur der Gewässersohle“, erklärt Prof. Daniels, der die neue Technik im Forschungsbereich Rohstoffingenieurwesen untersucht. Der trübe, recht schlammige Bochumer Stadtparkteich mit seinen überhängenden Bäumen stellt den „Gravel George“ dabei vor echte Herausforderungen. Denn die gibt es im richtigen Leben auch: Kiese und Sande werden mit Schwimmbaggern gewonnen. 10-20 Prozent des Abbauvolumens verbleiben dabei aber ungenutzt am Grund von Baggerseen, schätzt Rohstoffexperte Daniels: „Das entspricht ungefähr einem Verlust von 20-30 Millionen Tonnen jährlich. Und das nur, weil man vom Schwimmbagger aus nicht erkennt, wo noch Kies und Sand sind bzw. wohin die beim Abbau systematisch einbrechenden Gewinnungswände Unterwasser fließen.“

Das Drohnenboot soll Abhilfe schaffen. Es umkreist in Zukunft vollautomatisch den Schwimmbagger und liefert genaue Daten vom Untergrund. Ebenso kann das System eingesetzt werden, um Sedimentablagerungen in Badeseen oder in Hochwasserschutzgewässern automatisch zu überwachen. Daher auch der Name des Bootes „Gravel George“, den sich die Studierenden haben einfallen lassen. Gravel ist das englische Wort für Kies, und George kommt vom Namensgeber der Hochschule, Georg Agricola, dem Begründer der Bergbauwissenschaften aus dem Erzgebirge (15. Jh).

Um die neu entwickelte Technik umfassend zu testen, kooperiert die THGA mit der Stadt Bochum: Das gelbe Boot der THGA – inklusive angehängtem Hightech-Floß – wird deshalb in den nächsten Monaten immer wieder über den Stadtparkteich cruisen. Natürlich genauestens beobachtet von Prof. Daniels und seinen Studierenden. Am Ende des Testlaufs erhält das Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt Bochum das komplette Datenmaterial der Forscher, das wichtige Aufschlüsse für die Instandhaltung der Wasserfläche liefert.

Redaktion: Carmen Tomlik


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