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Forum für Fernerkundung in Berlin: Nachbergbau-Experten der THGA veranstalten Workshop mit Weitsicht

04.05.2017

Wächter aus der Ferne: Die Sentinel-Satelliten liefern kontinuierlich riesige Datenmengen, mit denen sich viele umwelt- und klimarelevante Fragestellungen bearbeiten lassen – auch beim Thema Nachbergbau. © Dirk Michael Deckbar / DLR

Im Workshop „Copernicus for Mining“ diskutierten Prof. Dr. Christian Melchers...

...und Prof. Dr. Peter Goerke-Mallet (v.l.n.r.), wie sich Bergbaufolgen mit Satellitendaten aufspüren lassen. (© Dirk Michael Deckbar / DLR)

Manchmal lohnt es sich, in die Ferne zu schweifen. Zum Beispiel um den Boden unter unseren Füßen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. So startet in diesem Sommer bereits der fünfte Satellit im Copernicus-Programm in die Erdumlaufbahn und liefert von dort wichtige Geodaten. Die genannten Sentinels (zu dt. „Wächter“) erfassen Veränderungen an der Erdoberfläche oder in der Atmosphäre und zeigen auch, wo der Bergbau seine Spuren hinterlassen hat. Die Wissenschaftler vom Forschungszentrum Nachbergbau an der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) nutzen diese Fernerkundungsdaten, um daraus innovative Monitoringverfahren zu entwickeln. Über ihre Erfahrungen tauschten sie sich jetzt mit weiteren Experten in einem Workshop beim Nationalen Forum für Fernerkundung und Copernicus in Berlin aus.

„Wesentliche Bergbaufolgen, die sich per Satellit aufspüren lassen, sind Bodenbewegungen, Landschaftsveränderungen und Veränderungen des Bodenwassergehaltes, beispielsweise Austrocknungen über oberflächennahen, bergbaulichen Hohlräumen“, erklärt Prof. Dr. Christian Melchers, wissenschaftlicher Leiter des Forschungszentrums Nachbergbau. „Schon heute liefert uns das Copernicus-Programm wertvolle Informationen. Es fehlt allerdings noch eine hyperspektrale Sentinel-Mission, die durch die Vielzahl an aufgezeichneten Wellenlängen deutlich mehr Informationen über den Zustand unserer Umwelt, etwa zur Vitalität der Vegetation liefern könnte.“

Doch nicht nur die Satelliten sollen mehr und mehr kommunizieren. Der Workshop „Copernicus for Mining“ trägt auch dazu bei, dass sich die beteiligten Fachrichtungen stärker austauschen – darunter Fernerkundler, Geodäten, Markscheider, Geologen oder Hydrogeologen. „Wir sind ständig dabei, das Netzwerk zu erweitern. Schließlich erfordern vor allem die Auswertung der Sensordaten und die Interpretation der Ergebnisse ein besonderes Know how. Aus der interdisziplinären Zusammenarbeit ergeben sich wiederum ganz neue Möglichkeiten in der langfristigen Überwachung ehemaliger Bergbauregionen“, sagt Prof. Dr. Peter Goerke-Mallet vom Forschungszentrum Nachbergbau.

Diese Ausrichtung passt sehr gut zur THGA, die als einstige Bochumer Bergschule traditionell alle Phasen des Bergbaus in den Blick nimmt: von der Lagerstättenerkundung über die Produktion bis zur langen Nachbergbauphase. „Von diesem Wissen – die Fachleute sprechen von der in-situ-Komponente – profitieren auch die Entwickler des Copernicus-Programms, die die Weltraum-Komponente im Blick haben“, sagt Goerke-Mallet.

Mit dem Copernicus-Programm schaffen EU und ESA (European Space Agency) eine leistungsfähige und nachhaltige Erdbeobachtungsinfrastruktur für Europa. An dem Nationalen Forum für Fernerkundung und Copernicus nahmen rund 450 Nutzer und Anbieter von Satellitendaten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung teil. Organisiert wurde die Fachkonferenz in Berlin vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Redaktion: Carmen Tomlik

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