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BergbauForum 2017 in Berlin: Forschungszentrum Nachbergbau setzt internationale Impulse

30.05.2017

Die Wissenschaftler des Forschungszentrums sind überall unterwegs, um die Bergbaufolgen zu untersuchen – auf dem BergbauForum 2017 tauschen sie sich mit internationalen Experten aus.

Bergbau ist ein Auslaufmodell? Das erklären Sie mal den mehr als 300 internationalen Experten, die am 1. und 2. Juni auf dem BergbauForum in Berlin zusammenkommen. Auf der Fachtagung treffen sich alle zwei Jahre die Spezialisten der Rohstoffbranche zum intensiven Austausch – auch das Forschungszentrum Nachbergbau der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) darf hier natürlich nicht fehlen. Die einzigartige wissenschaftliche Einrichtung in Bochum untersucht die Chancen und Risiken, die sich aus den Bergbaufolgen ergeben – darunter vor allem die sogenannten Ewigkeitsaufgaben des Steinkohlenbergbaus.

„Beim modernen Bergbau kommt es darauf an, schon vor dem ersten Spatenstich den gesamten Lebenszyklus im Blick zu haben – von der Lagerstättenerkundung, über die Produktion bis hin zum längsten Kapitel: dem Nachbergbau“, erklärt Prof. Dr. Christian Melchers, wissenschaftlicher Leiter des Forschungszentrums Nachbergbau. Ein solcher Gesamtblick würde sich nicht nur positiv auf die Umwelt auswirken, sondern mache auch finanziell Sinn, sagt Prof. Melchers: „Schon in der aktiven Förderung lassen sich technische Details mit Blick auf das Ende planen und damit deutliche Kosten einsparen. Das Interesse an nachhaltig gewonnenen Produkten ist im Bereich der mineralischen Rohstoffe in den letzten Jahren deutlich gestie  gen – auch international gibt es ein wachsendes Bewusstsein.“

In seinem Fachvortrag stellt Prof. Melchers daher aktuelle Arbeiten des Forschungszentrums vor, die die Herausforderungen des weltweiten Nachbergbaus untersuchen. Darunter auch ein Projekt, das helfen soll, die Grubenwasserhaltung in den Revieren an Ruhr, Saar und in Ibbenbüren zu optimieren: Dazu untersuchen die Wissenschaftler aus Bochum Grubenwasseranstiege in Deutschland und Europa, die bereits ganz oder zum Teil erfolgt sind und leiten daraus Empfehlungen für ein nachhaltiges Grubenwassermanagement ab.

Die weiteren Fachvorträge der Tagung bilden die Bergbaubranche und ihre aktuellen Herausforderungen in einer 360-Grad-Perspektive ab – vom vernetzten, digitalisierten „Mining 4.0“ bis zu modernen Nachnutzungsstrategien. Parallel werden auf der Fachausstellung neue Produkte und Dienstleistungen präsentiert. So stellt das Forschungszentrum Nachbergbau zum Beispiel den Prototypen eines neuen mobilen Monitoringsystems für Schächte des Altbergbaus vor: „Mineberry“ erkennt mit seinen Sensoren bereits kleinste Veränderungen oder Bodenbewegungen an der Tagesoberfläche. „Sollte etwas absacken, erhält der verantwortliche Techniker sofort ein Live-Bild auf sein Handy. Angetrieben wird alles von umweltfreundlichen Solarzellen“, erklärt Elektroingenieur Steffen Kruse vom Forschungszentrum Nachbergbau. Von normalen Zugschaltern über Temperaturanzeigen bis hin zu Lasersensoren bietet die Technik viele Möglichkeiten, alte Schächte und Tagesöffnungen zu überwachen.

Veranstaltet wird das BergbauForum seit 1991 von der DMT GmbH. Die inzwischen 14. Veranstaltung ist dabei internationaler denn je: In diesem Jahr kommen Teilnehmer aus mehr als 15 verschiedenen Ländern in Berlin zusammen, u.a. Australien, Brasilien, Chile, Finnland, Georgien, Großbritannien, Israel, Kanada, Österreich, Peru, Schweden, Südafrika und den USA.

Redaktion: Carmen Tomlik

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